|
Von Jahr zu Jahr verbessert sich der Öffentliche Nahverkehr in Tunesien. Wird in aktuellen Reiseführern oft noch die angebliche arabische Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit beschrieben, habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht, die ich in den folgenden Abschnitten mit Ihnen teilen will.
Mit dem Taxi
Bei den Taxis unterscheidet man zwischen 3 Arten, den normalen Taxis für den Stadtverkehr (gelb mit weißem Schild), den Grand Taxis (weißes Schild mit Schriftzug G.T.) und den sogenannten Louages (Sammeltaxis). Gelbe Normaltaxis fahren im normalen innerstädtischen Verkehr und halten auf Zuruf oder Winken. die meisten Taxis fahren mit Taxameter, nur in den Touristengebieten schalten die Fahrer manchmal nicht das Taxameter ein, in diesem Fall sollte man auf das Einschalten bestehen, den Fahrpreis vorher aushandeln oder das Taxi wechseln. Die Fahrpreise sind europäischen Maßstäben nach gemessen sehr gering: 360 Millimes Grundgebühr (ca. 20 Eurocent), für eine Strecke von 5-6 km zahlt man etwa 3 Dinar. Bei Fahrtantritt nachts sind die Grundgebühren etwa doppelt so hoch.
Grand Taxi
Grand Taxis halten auch auf Zuruf, bedienen aber den Verkehr zwischen den Städten und Orten. Die Tarife sind ähnlich wie bei den Normaltaxis, es wird auch mit Taxameter gefahren, bei größeren Strecken kann aber auch der Preis individuell ausgehandelt werden. Grand Taxis können auch für den ganzen Tag gemietet werden, z.B. für individuelle Sightseeingtouren.
Sammeltaxis (Louages)
Sammeltaxis (Louages) sind für die Beförderung von mehreren Personen zu ein und demselben Ziel vorgesehen. Die Sammeltaxis stehen auf speziellen Sammeltaxi-Halteplätzen, den "Place de louages". Auf einem Schild, zumeist an der Windschutzscheibe, steht das Ziel des jeweiligen Taxis, es fährt erst los, wenn alle Plätze (meist 5) belegt sind. Der Fahrpreis wird durch alle 5 Mitreisenden geteilt, auf diese Art kann man sich kostengünstig in Tunesien fortbewegen, man muss aber eine gewisse Enge in Kauf nehmen. Will man, das ein Sammeltaxi mit weniger als 5 Personen losfährt, muss man den Fahrpreis für die fehlenden Personen übernehmen, damit andere Mitreisende nicht mehr als gewohnt bezahlen müssen.
Mit dem Zug
Beim Zugverkehr unterscheidet man zwischen den Nahverkehrs- und den Fernverkehrszügen. Da Nahverkehrszüge oft sehr frequentiert sind empfehle ich dem gemeinen Europaer, doch lieber mit dem Grand Taxi zu fahren. Fernverkehrszüge sind zumeist doch recht komfortabel und billig. So kostet die Strecke Sousse - Tunis (ca. 200 km) in der 1. Klasse 10,350 Dinar (Stand Mai 2010), das sind umgerechnet etwa 5,50 EUR. Man sollte auf jeden Fall die 1. Klasse buchen, Ihr Gesäß wird es Ihnen danken. Nehmen Sie auf jeden Fall bei größeren Strecken etwas zu trinken und zu essen mit auf die Reise, tunesische Züge haben keine Speisewagen! Es fährt zwar meistens ein Cateringwagen durch den Zug, wo man recht günstig Sandwiches, Getränke und Süßwaren kaufen kann, bei längeren Strecken kann dieser aber auch mal ausverkauft sein.
Der Fahrplan der "SOCIÉTÉ NATIONALE DES CHEMINS DE FER TUNISIENS (SNCFT)" |