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Krankenversorgung PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 12. August 2010 um 00:00 Uhr

Für Tunesien empfiehlt sich der Abschluss einer für die beabsichtigte Aufenthaltsdauer gültige Reisekrankenversicherung. Nur damit sind Kosten in privaten Kliniken und evtl. Rücktransporte abgesichert. Ein Auslandskrankenschein der gesetzlichen Krankenversicherung deckt nur die Kosten von staatlichen Krankenhäusern, die den Standards von Kliniken auf europäischen Niveau häufig nicht entsprechen.


Einen ausführlichen Artikel zu dieser Problematik finden Sie in unserem Artikel Rund um die medizinische Versorgung in Tunesien im Bereich Medizin und Wellness hier in diesem Portal. Ebenso gibt es dort eine (noch unvollständige) Liste von Ärzten und Kliniken in den Urlaubsgebieten Tunesiens.

 

Medikamente: In den Apotheken Tunesiens gibt es in der Regel alle gängigen Medikamente, die es in Europa auch gibt, die Preise sind allerdings viel niedriger als in Deutschland, stammen aber häufig aus europäischer Herstellung. Spezialmedikamente sollten allerdings in ausreichender Menge aus der Heimat mitgeführt werden, da die Verfügbarkeit nicht garantiert ist.

Impfungen: Eine Gelbfieberimpfung ist nur bei einer Einreise nach Tunesien aus Infektionsgebieten vorgeschrieben. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung notwendig. Die Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (siehe http://www.rki.de) sollten auf dem aktuellem Stand sein.
Das Auswärtige Amt empfiehlt darüber hinaus Schutz gegen Hepatitis A, Polio (Kinderlähmung) und ggfs. Masern/Mumps/Röteln, bei Langzeitaufenthalt über 4 Wochen oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus. Bitte beachten Sie, dass einige der Impfungen kostenpflichtig sind und nicht von der Krankenkasse getragen werden.

HIV/AIDS ist weltweit ein großes Problem und kommt auch in Tunesien vor. Die bekannten Risiken sollten wie überall gemieden werden.

Durchfallerkrankungen: Das Auswärtige Amt und die Reiseveranstalter empfehlen umfangreiche Vorbeugungsmaßnahmen zur Vermeidung von Magen/Darm-erkrankungen wie: Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, Schälen oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen, Einmalhandtücher verwenden.
Diese Angaben sind teilweise uralt, die Technik der Trinkwassergewinnung hat in den letzten Jahren fast europäischen Standard erreicht. In den großen Städten und Touristenzonen ist Wasser in der Regel auch trinkbar, obwohl der Geschmack gewöhnungsbedürftig ist, da dem Wasser sowohl Chlor, als auch Fluorid zugesetzt wird. Außerhalb der obengenannten Gebiete und im Landesinneren sollte allerdings Wasser aus Flaschen bevorzugt werden.
Die meisten Magenerkrankungen resultieren aus dem Genuss von zu kalten Getränken, die auch oftmals zu schnell getrunken werden. Auch der Genuss des traditionellen Gewürzes Harissa kann empfindlichen Menschen auf den Magen schlagen.xxx

Malaria und andere durch Insekten übertragene Erkrankungen: Tunesien gilt als malariafrei! Da aber einige andere durch Mücken oder Zecken übertragene Infektionskrankheiten vorkommen (z.B. Leishmaniose, Phlebotomus Fieber, West-Nile-Fieber), sollte Insektenschutz beachtet werden (z. B. Repellentien, Moskitonetz , langärmlige Kleidung).

Weitere Infektionskrankheiten: Die Gefahr der Übertragung einer Bilharziose besteht herdförmig in Gafsa und Schott Djerit beim Baden im Süßwasser. Weitere Tropen- und Infektionserkrankungen kommen vor, sind aber insgesamt selten.

Sonstige Gefahren: Im Landesinneren, den Wüstengebieten und auch in Trockenflüssen (Wadis, Oueds) besteht die Gefahr von Schlangenbissen und Skorpionstichen, die je nach Tiergattung lebensbedrohlich sein können. Bei Outdooraktivitäten sollte auf jeden Fall festes Schuhwerk und lange Hosen bevorzugt werden.