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Unser erster Urlaub in Tunesien
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Allgemeine Infos - Reiseberichte
Geschrieben von: Vio   
Mittwoch, den 11. August 2010 um 13:15 Uhr

Ich war mit meinem Mann und 9jähriger Tochter 14 Tage unten, und es war trotz allem wunderschön!
Als erstes bekam mein Mann einen Kulturschock!! Ich grinste innerlich! Denn er ist Reisebusfahrer, und kommt eigentlich ziemlich viel in Europa herum! Aber mit dieser Armut, den hygienischen Zuständen und dem Drumherum war er sichtlich überfordert! Obwohl ich ihn, wie meine Tochter, vorbereitet habe! Ich habe vorher Reiseführer gewälzt und hier viel gelesen und einiges erfragt! Da ich aus dem ehemaligen Jugoslawien kommen und die Verhältnisse dort auch etwas anders sind, wenn man nicht in Touristen-Regionen unterwegs ist, konnte ich mir etwa ausmalen, was auf uns zukommt! Meine Tochter nahm alles ziemlich gelassen, interessiert und erstaunt auf! Und eines hat Tunesien vor allem bewirkt! Beide sind sich nun bewusst, wie gut es uns in Deutschland geht, und sind genügsamer geworden!!

Wir machten aber keine Rucksack-Reise, sondern mieteten uns letztendlich ein Hotel in Skanes-Monastir als Ausgangsort unserer Ausflüge. Dies schien uns am sichersten wegen der Übernachtungsmöglichkeiten, da wir nicht jedesmal suchen wollten, und es schien uns am Zentralsten.

 

Wir besuchten Soussa. Wir heuerten Tarek und sein Taxi an, der uns zum Wochenmarkt, von dort 2 Std.später zum Hafen/Medina fuhr, und uns dort, nach telefonischer Bestellung, am frühen Abend abholte und zurückfuhr! Der Service kostete uns 30TD. Für unsere Verhältnisse, fand ich den Preis ok! Soussa fanden wir zwar interessant, sehenswert voller Gedränge, die Menschen aufdringlicher als in den anderen Städten. Besucht haben wir: große Moschee, Ribat und die Kasbah (die eigentlich wegen Ausgrabungen geschlossen ist! (Noch die nächsten 2 Jahre lt. Info), die Medina, wo wir auch unsere Fladen zu Essen kauften (3TD/St. mit Huhn o.Thunfisch) und ein sehr schönes tunesisches Cafe (im 2.OG Dachterrasse). Der Thé à la Menthe ist sehr stark!!! Der Café aber sehr gut!
Die Tunesier sind ein freundlicher und hilfsbereiter Menschenschlag, natürlich gibt es auch die, die nur auf den Geld aus sind! Leider! Kommunikationsprobleme hatten wir sehr wenig! Etwas deutsch-englisch-Zeichensprache-Gemisch ist ausreichend und lustig! Nur Geduld und Humor! Meist ist doch jemand da, der etwas deutsch kann!

Nach Monastir gings mit dem Touristen-Bähnchen 8TD/Einfach. (Vorsicht!! Der Fahrer ist ein Schlepper!! Nicht auf ihn eingehen und nur Hinfahrt kaufen!!!) Monastir empfanden wir nach den Getümmel der Gassen von Sousse recht angenehm! Als erstes besuchten wir den Ribat der direkt an Strand steht, dann die Bourguiba-Moschee u. das Mausoleum. Nach einem Stadtbummel aßen wir in einem schönen Strandhotel auf der Terasse mit Sicht auf das Meer. Von dem tunesischen Appetitanreger (Baguette mit Harissa/Olivenöl/Thunfisch/Oliven) war mein Mann begeistert!
Die tunesischen Vorspeisen (mit Gemüse/Backwaren) waren alle gut, Hauptgerichte viel Knochen, Fett, Knorpel bei Fleischgerichten! Nachspeisen je nach dem, die meisten mochten wir nicht! Waren meist trocken und ölig! Schrecklich der tunesische Kaugummi!!! Finger weg!!!

So nun kommt Tunis/Karthago/Sidi-Bou-Said!!! Von wegen man schafft das in 1 Tag!!! Verarschen kann ich mich selbst!!! Wir haben die Hälfte nicht gesehen!! Weil wir uns auf diese Aussage verlassen haben.Für Tunis alleine reicht warscheinlich nicht einmal 1 Tag.
Für die Medina mit der Ölbaum-Moschee brauchten wir alleine 3 Stunden ohne die Zeit in der wir uns verirrt hatten! Die Gassen sind eng, sehr verworren!! Ich hatte einen Plan von der Medina! Half nichts! Zuvieles ist nicht eingezeichnet!! Die Tunesis haben uns aber immer wieder den Weg zurück auf die Rue Jamaa-e-Zit. gezeigt! Sind sehr hilfsbereit, obwohl die wir trafen, kein Deutsch sprachen. Die Gassen sind keine Gassen, die man sich als Europäer vorstellt, sondern ein unendliches Tunnelgewirr mit einigen Himmelsöffnungen!! Sehr schön, aber verwirrend!! Wir haben uns in einem Cafe von dem Gewirr erst mal sammeln mussen!! :-)! Das nächste Mal nehmen wir uns einen deutschsprachigen Touristenführer für die Medina und Moscheen! Ohne den hat es keinen Sinn! Außer man kann arabisch oder ist zum xten mal dort!!!! Es geht uns die Zeitersparnis und ums herumirren!! Im nachhinein amüsant aber Vorort!! Nee!! Oder man hat vieeeeel Zeit!! Um alles zu suchen!! Von der "Neu-Stadt" haben wir nur die Kathedrale und die Avennue angesehen.
Von Karthago den römischen Badekomplex und Sidi-Bou auch nur die Hauptgasse, Cafe Nattes (weiß nicht was daran besonders ist!??) Ging rein u. sofort wieder raus!! Nur Männer die einen begaffen!! Als Familie fühlten wir uns dort das einzige Mal unwohl!! Also Fazit Tunis/Karthago/Sidi-Bou-Said: Wenn man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sehen und keinen Stress haben will und auch zum Essen und/oder Cafe einkehren will: Bitte übernachten!!! Mindestens 3 Tage einplanen!!!

Mit dem Louage sind wir mit einer neuen Bekannten und ihrer Tochter nach Mahdia gefahren. Sehr schönes u. ruhiges Hafenstädtchen. Durch die Skiffa el Kahla mit ihrem Tunnelgang ging es in die Medina, die sehr hübsch, ruhig u. nicht so eng ist! Mit dem Bächnchen kann man eine Fahrt zum punischen Hafenviertel machen. Das Musee-el-Kahla fanden wir echt schön. Uns überraschte der tunesische Mussumswärter der etwas deutsch sprach und uns alles zeigte und erklärte. Fanden wir super!! P.S. Rechts Vom Stadttor/Eckhaus staatliche Teppichknüpferei! Wieder Knüpffrauen die ihr Handwerk zeigen!
Die große Moschee ist am Rand zur Meeresküste auf dem Weg zur Festung Bordj el-Kebir, dort auch ein Café auf einem Felsenvorsprung zum Meer, wunderschön. Auf der Festung hat man eine tolle Aussicht!
Was uns sehr irritierte! Und uns keiner vorher gesagt hat!!! Der Louage-Sammelpunkt-Bahnhof (oder wie auch immer) ist am Rand der der Stadt!!! Wir waren erst vor dem Kopf gestoßen, wo wir gelandet sind! Der Fahrer konnte leider nur arabisch und französisch, wir keines von beiden! Ha! Er versuchte uns beizubringen, das er mit dem Louage nicht in die Stadt fahren darf! Vergeblich! Bis ein deutsch sprechender Taxifahrer uns zu Hilfe eilte. Der Weg zur Medina ist eigentlich nicht so weit per Fuß, wenn man es weiß! Schätze ne 1/4 Std. Aber nicht schön zu laufen. Wir fuhren dann für 500 Millimes Taxi zur Medina! Im nachhinein Lustig! Dort war es etwas verwirrend und verärgernd! Aber! Trotzdem hat alles geklappt!! Ha!

El Jem ist echt sehenswert! Man kann dort locker 2-3 Std. im Amphitheater herum stöbern und erkunden, wenn man Interesse für Kultur hat. Wir fanden es sehr beeindruckend!! Als Halbtagesausflug/Morgens empfehlenswert!! Louage oder Taxi nehmen! Bus weiß ich nicht! Auf dem Weg dorthin überall wieder Händler! :-)!!

Dann nach Port-el-Kantaoui! Fantastischer Flair! Mit Kindern ein unbedingtes Muß!! Unserer Kleinen hat es so gut gefallen, das sie garnicht Heim wollten! Nichts ist echt tunessich, aber alles im tunesisch-maurischen Stil für uns Touristen liebevoll und vor allem SAUBER gemacht!
Viel Wassersport/Ausflugsangebote! Wir waren auf dem Katamaran! Super schön! wir haben es echt genossen! Haben am Hafen Früchte-Eis-Becher gegessen! Anders als bei uns, aber echt lecker! PS. wir haben außerhalb auch alles gegessen, haben keine Durchfall bekommen! Am Abend öffnet (irgendwann!?) der Hannibalpark! Mit vielen bunten Lichtern,etwas für kleine Kinder!!! Das Wasserspiel am runden Brunnen sollte man sich auch anschauen! Echt bezaubernd!! Mein Mann fühlte sich hier auch pudelwohl!

Absolutes High-Light für uns war unsere Sahara-Tour!!

In Douz, in der Nähe vom Hotel Touarek ist ein Dromedar-Ausritt-Station (oder wie soll ich das nennen?). Für ne Stunde sind wir mit Mohamed, der etwas englisch sprach, auf dem Rücken seiner Dromedar-Familie am Rande der Sahara, durch die Sanddünen hinausgeführt worden. Es war für uns unglaublich. Diese Hitze 52 Grad hatten wir! Der Sand brennend heiß und weich wie Mehl! Faszinierend! Ohne Sonnenbrille/Beduinenkeidung verbrennt man sich die "Hucke"! Unsere Kleine wären noch stundenlang weitergeritten! Übrigens ist in Douz der einzige richtige Kamelmarkt in Tunesien (in Tunesien gibt es eigentlich keine Kamele,sondern nur Dromedare!). Auf den anderen Märkten haben wir nie Dromedare gesehen!! Hier gibt es einen richtigen Viehmarkt!!
Anschließend übernachteten wir im Kebeli im Hotel Oasis. Wird vor allem von Franzosen frequentiert! War aber wunderschön,nach dem heißen Tag, nach dem Essen, in einen innenhofgelegenen Pool einzutauchen, und sich im schönen Wasser abzukühlen. Über uns die Sterne und der Mond, heiße Luft und sanfte arabische Musik. Meine Tochter und ich fühlten und wie Prinzessinen in 1001 Nacht!

Bei Dämmerung fuhren wir mit dem Jeep durch den Chott el Jerid. Muss man gesehen haben!! Rechts und links der Straße nur Salzwüste! In weiter Ferne der saharischer Atlas! An mehrere Stellen gibt es Haltebuchten für die Buse mit Touristen. Dort rennen alle umher, steigen auf Salzhügelchen, schmecken das Salz und Berber versuchen einem eingefärbte Kristall-Steine als Amethyst anzudrehen! (Mußte lächeln als ein Berber mir das andrehen wollte!) Habe dort aber trotzdem von ihm 1 große, 1 kleine Sandrose und einen "Amethyst"-Stein gekauft! 10TD. Souvenir und guter Zweck!;-) Dafür machte er uns auch ein Familienfoto! Und ließ sich auch selbst mit unserer Tochter ablichten! War ein netter!

In Richtung El-Hama (glaube ich!?) fuhren wir dann zu der Bergoase nach Chebika. Ein Traum!Man kann sich noch so viele Bilder ansehen! Es kommt dem nicht gleich, wie wenn man dort oben auf dem Berghang in die Oase runter blickt! Man kann es kaum beschreiben. Einfach nur Atemberaubend!! Wir sind erst durch das zerfallenen Dorf getigert, duch den Spalt geklettert und dann die Treppe zur Oasenquelle runter, dann durch die Oase hindurch. Jeden Meter konnte man stehenbleiben,um sich vom Anblick berieseln zu lassen! Traumhaft schön!!! Auch am/im Oasen-Cafe sprechen die Berber teilweise gebrochen deutsch/englisch!!

Anschließend fuhren wir Richtung Tamarza, wo sich auch eine Bergoase befand. Auch sie ist sehr schön! Nicht so atemberaubend, aber dafür hat sie einen echten Wasserfall zu bieten! Der Weg nach unten ist versperrt, weil die Stufen der Treppe zerstört sind! Warum macht das Land hier nichts!!!! Wir schlupften durch die Holzbalken und kletterten, mit vielen anderen Touristen, wie die Ziegen hinunter! Schuhe aus und rein ins schöne Nass. Badehosen unter der Kleidung lassen! und unter den Wasserfall stellen!! Bei der Hitze ist man schnell wieder trocken und es tut wirklich gut. Der Wasserfall ist wirklich sehenswert!! Oben auf dem Verkaufs-Terrain, wenn man dem Quell-Bach entlangläuft, sieht man die römische Brücke auf zwei Säulen!

Auf der Rückfahrt nahmen wir noch Kairouan mit! Sollte man auch sehen! Leider lief uns die Zeit davon, und da wir am Abend wieder im Hotel sein wollten, sahen wir nicht alles. Vor der Sidi-Oqba-Mosche trafen wir einen "staatlichen Führer"! Alle Alarmglocken gingen wieder an! Hi,Hi..! Er bot uns seine Hilfe an,und führte uns zum Bai-Palast. Der war wunderschön! Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus - und ein ca.70jähriger Wärter der sehr gut deutsch sprach u. uns herumführte. Natürlich wurden uns Teppiche angeboten, wir dankten höflich und sie blieben höflich! Eintritt umsonst! Anschließend zeigte unser "staatl.Führer" uns die 3-Tore-Moschee und führte uns schräg gegenüber in eine Weberstube. Der Weber war sehr freundlich und zeigte uns sein Handwerk und die schönen Stoffbahnen.Zum Schluß zeigte er meiner Tochter, wie ein Turban gebunden wird;danach führte er uns zurück wie versprochen,zur Moschee.
Der nächste französisch sprechende Tunesier zeigte uns den Weg zum Bir Barouta,an dem wir schon dreimal vorbeiliefen!! Man muß eine Treppe hochlaufen! Wenn man die sieht vermutet man etwas privates und nicht den Brunnen mit dem Dromedar! Dank der Hilfe fanden wir es aber!! Der Dromedar-Wärter war unserer Sprache etwas mächtig, und erklärte uns einiges zum Brunnen und ließ uns vom heiligen Wasser kosten! Schmeckt sehr Eisenhaltig! Nach einem kurzen Bummel fuhren wir weiter.

Auf jeden Fall müssen wir wieder hierher. Denn wir hatten keine Zeit für Tozeur!! Das nächste mal buchen wir 1 Woche Tunis, Weiterfahrt nach Douz oder Tozeur, um dort die nächste Woche zu verbringen!! 14 Tage sind definitiv zu wenig für Tunesien!
Aber wir haben vieles, schönes gesehen und kamen Abends wieder zurück zum Hotel und blieben nach jedem Ausflug 1 Tag dort zur Erholung.Das musste schon wegen unserer Tochter sein!!
Schließlich wollten wir auch noch Bananaboat fahren, Bogenschießen, auf den Rutschen Spaß haben, Poolplantschen, Hammam und Massagen verpasst bekommen und auch nur am Meeresstrand faulenzen, und am Abend die Animation-Show ansehen.
Die Tunesier in den Hotelzonen empfanden wir wesentlich aufdringlicher, teilweise unverschämter und man merkte hier vor allem, das es nur ums Geld geht!!! (Gemeint sind die Verkäufer von Aufflügen und Massagen usw.) Manchmal unmöglich!!