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Habib Bourguiba - Tunesischer Präsident PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 27. Dezember 2008 um 00:55 Uhr

Habib Bourguiba wurde am 3. August 1903 in Monastir geboren. Dreißig Jahre lang bestimmte er zwischen 1957 und 1987 die Geschicke Tunesiens als Präsident der tunesischen Republik und erwarb sich trotz seines autoritären Regierungsstils und seiner Regentschaft auf Lebenszeit durch seine Reformen große Anerkennung und Sympathien beim tunesischen Volk.
Sein Andenken lebt im Namen der Stadt Menzel Bourguiba und in den Namen vieler Straßen in Tunesiens Städten weiter, die zu seinen Ehren nach ihm benannt wurden, wie z. B. die Prachtstraße Avenue Habib Bourguiba in Tunis oder der internationale Bourguiba Flughafen von Monastir. Noch heute ist es für einen Tunesier eine große Ehre, seine Grabstätte, das Mausoleum in Monastir, zu besuchen. Nach dem Besuch der Grundschule in Sadikienne ging er nach Tunis, wo er 1924 am Lyceum Carnot sein Abitur machte. Anschließend ging er nach Frankreich, wo er an der Pariser Sorbonne Rechts- und Politikwissenschaften studierte und 1927 mit Diplom abschloss. In Frankreich hatte er die Französin Mathilde Lorrain kennen gelernt, die er nach Ende des Studiums heiratete und die ihm im gleichen Jahr einen Sohn, Habib Bourguiba Jr. II, gebar, der später unter seiner Regentschaft Außenminister wurde.

 

Um eine von ihm im Jahre 1933 gegründete Zeitschrift bildete sich die tunesische Unabhängigkeitsbewegung, Bourguiba gründete 1934 aus diesem Kreis die Néo-Destour-Partei, die für die Unabhängigkeit Tunesiens von Frankreich eintrat.
Im Jahre 1947 ging er nach Ägypten, um die Maghrebstaaten bei der neu gegründeten Arabischen Liga zu vertreten. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich wurde er mehrfach inhaftiert, da der französische Staat seine Bemühungen für eine Unabhängigkeit Tunesiens von Frankreich überhaupt nicht gerne sah. Trotz seiner Haft verhandelte Bourguiba jedoch mit der französischen Regierung über die Unabhängigkeit Tunesiens. Die Verhandlungen müssen überaus erfolgreich gewesen sein, denn 1955 wurde er aus der Haft entlassen und kehrte nach Tunesien zurück.
Nur wenige Monate später, am 20. März 1956 wurde Tunesien von der französischen Kolonialmacht in die Unabhängigkeit entlassen.
Nach der Abdankung des König Muhammad VIII. al Amin wurde Habib Bourguiba, der bis dahin Ministerpräsident war, erster Präsident der am 25. Juli 1957 ausgerufenen Republik Tunesien. Trotz der Enteignung ausländischen Grundbesitzes sowie Streitigkeiten mit der ehemaligen Kolonialmacht um den Abzug der französischen Truppen aus Tunesien blieb Bourguiba seinen westlichen politischen und gesellschaftlichen Anschauungen treu und verfolgte eine dementsprechend ausgerichtete Politik.

Seine erste Ehe wurde 1961 geschieden, im folgenden Jahr heiratete er die aus einer einflussreichen tunesischen Familie stammende Wassila Ben Ammar (+ 1999). Aufgrund zunehmender Demenz und Altersschwäche von Bourguiba musste sie seine Amtsgeschäfte übernehmen, bevor auch diese Ehe im Jahre 1986 geschieden wurde. In einer Art friedlicher Revolution setzte Zine el-Abidine Ben Ali den bisherigen Präsidenten Habib Bourguiba ab und stellte ihn unter Hausarrest.

Weiterführende Links:
http://www.bourguiba.com

Zeitgenossen:
Tahir al-Haddad: Schrieb ein bahnbrechendes Werk über tunesische Frauen.
Abou El Kacem Chebbi: Tunesischer Dichter und Poet