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Freitag, den 06. August 2010 um 00:00 Uhr |
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Kairouan war die erste Hauptstadt des Islam in Afrika (Ifriqiyya) and Andalusien. Seit ihrer Gründung durch Oqba Ibn Nafaa hat die Hauptstadt der Aghlabiden eine große Bedeutung in der islamischen Kultur erreicht, was auch die vielen historischen Monumente zeigen.
Meilensteine der Geschichte Kairouans:
- 670 n. Chr.: Gründung von Kairouan durch Okqa Ibn Nafaa. Die Stadt wurde unmittelbar neben dem Feldlager des arabischen Heeres errichtet, was auch aus dem Namen der Stadt hervorgeht, Kairouan heißt nämlich "Ruheplatz des Heeres". Die Bauarbeiten dauerten vier Jahre, von hier aus starteten die Eroberungsfeldzüge und begründeten Kairouans Bekanntheit.
- 800 - 900 n. Chr.: Ibn Ibrahim Al-Tamimi Aghleb gründete ein Emirat, dessen Hauptstadt Kairouan war. Die Aghlabiden-Ära war die goldene Zeit der Stadt. Es wurden Wälle und Moscheen errichtet, Stauseen und Becken zur Wasserversorgung gebaut und die Souks und Handwerksbetriebe erlebten eine Blütezeit. Es gab eine vitale Gemeinde aus Denkern und Philosophen, die Stadt wandelte sich zu einem kulturellen Zentrum mit hoch angesehenen Personen von großer Bedeutung, wie Assad Ibn Fourat (759-828) und Imam Ibn Said Sahnoun (776-854).
- 878 n. Chr.: Gründung der Beit al-Hikma in Raqqada, der ersten Universität der Wissenschaften in Ifriqiyya und im Maghreb. Prominente Professoren lehrten dort, wie der Schriftsteller und Dichter Ibn Sayegh, Autor und Übersetzer Dr. Isaac Ben Omrane, und Ahmed Ibn Al-Jazzar, Autor von "Zed El Moussafir." Beit al-Hikma übersetzte mehrere Werke aus dem Lateinischen und Griechischen ins Arabische, zusätzlich zum Abhalten von wissenschaftlichen Vorlesungen und Debatten in den Medizinwissenschaften, Philosophie und Astronomie.
- 800-909 n. Chr.: Die Aghlabiden-Dynastie herrschte in Kairouan bis zum Jahr 909 n. Chr.. In dieser Zeit regierten elf Emire in der Stadt:
- Ibrahim Ibn Al Aghleb (800-811)
- Abdallah Ben Ibrahim (811-816)
- Ziedet Allah Ben Ibrahim (816-837)
- Abu oukal Al Aghleb Ben Ibrahim (837-840)
- Mohamed Ben Abi Oukal Al Aghleb Abou Al Abbès (840-856)
- Ahmed Ben Mohamed (856-863)
- Ziedet Allah II Ben Mohamed (863-864)
- Mohamed Ben Ahmed (864-874)
- Ibrahim Ben Ahmed (874-902)
- Abdallah Ben Ibrahim (902-903)
- Ziedallah III Ben Abdallah (903-909)
- 909-976 n. Chr.: Ziedallah III konnte seine Herrschaft nicht gegen die Invasion der Fatimiden, ismailitische Schiiten verteidigen. Die Fatimiden unter Abu Abd Allah asch-Schi'i übernahmen die Herrschaft über Ifriqiyya und machten Kairouan zu ihrer Residenz. Die religiös-ethnischen Spannungen mit der streng sunnitischen Bevölkerung der Stadt zwangen sie allerdings, ihre Machtposition in der von ihnen gegründeten Hauptstadt al-Mahdiya (Mahdia) an der östlichen Meeresküste auszubauen; gegen 973 verlagerten sie das Zentrum ihres Kalifats nach Kairo.
- 1016-1054 n.Chr.:Nach dem endgültigen Abzug der Fatimiden übernahm die fatimidische Vasallendynastie der Ziriden die Macht über Ifriqiya. Unter ihrem bekanntesten Herrscher Al-Muʿizz ibn Bādīs az-Zīrī (1016–1062), der sich um die Gunst der sunnitischen Bevölkerung bemühte, erlebte die Stadt ihre letzte Blüte. Die Fatimiden beauftragten einige Berberstämme zu einer Strafexpedition gegen die abtrünnigen Ziriden, die Stadt wurde 1057 nahezu vollkommen zerstört. Al-Muʿizz ibn Bādīs az-Zīrī gab die Stadt und die Umgebung zur Plünderung frei und floh 1062 nach Mahdia.
- 1062 n. Chr.: Die Lehrtätigkeit kam langsam zum Erliegen, viele Gelehrte wanderten nach al-Mariyya / المرية /„Spiegel des Meeres“, dem heutigen Almeria in Andalusien, Spanien, aus. Durch den Aufstieg der Küstenstädte verlor Kairouan seine Bedeutung, blieb aber immer ein Zentrum der Religion.
Heute ist die ehemalige Aghlabiden-Hauptstadt immer noch ein Ort der Kultur und der Religion und erlebt einen städtebaulichen und kulturellen Boom unter der Wahrung der historischen Denkmäler, die den ehemaligen Ruhm immer noch präsentieren. |