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Freitag, den 08. Oktober 2010 um 20:27 Uhr |
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Touristisch fast unbekannt thront auf der Spitze der Byrsa Hügel und in unmittelbarer Nähe der punisch/römischen Ruinen die römisch-katholische Kathedrale St. Ludwig (Französisch: La Cathédrale Saint-Louis de Carthage). Mit Genehmigung von Hussein II, dem Bey von Tunis, wurde im Jahr 1884 der Grundstein gelegt, fertiggestellt wurde das im byzantinisch-römischen Stil nach dem Vorbild der Basilika von Sacré Cœur in Paris erbaute Gotteshaus im Jahr 1890.
Das Gebäude, gebaut nach den Plänen von Abt Pougnet, hat die Form eines lateinischen Kreuzes mit einer Ausdehnung von 65 zu 30 Metern. Die Fassade ist eingerahmt von zwei quadratischen Türmen, die Kreuzung beider Achsen liegt unterhalb einer großen Kuppel, die umgeben von acht kleinen Türmen ist. Es gibt eine kleinere Kuppel über der Apsis. Die Kirche enthält ein Kirchenschiff und zwei durch Bögen getrennte Gänge, die Übergänge von der Decke zu den Wänden wurden mit Skulpturen und vergoldeten Arabesken geschmückt. Erster Erzbischof wurde Kardinal Lavigerie, der mit den Erzdiözesen von Algier und von Karthago nunmehr beide Diozesen vereinigte. Das Gebäude wurde mit großem Pomp in Anwesenheit von zahlreichen kirchlichen Würdenträger geweiht. Benannt wurde die Kathedrale nach dem französischen König Ludwig IX, der 1270 auf dem achten Kreuzzug mit seiner Armee die Stadt Karthago einnahm und hoffte, den Sultan von Tunis zum Christentum zu bekehren um gemeinsam mit ihm gegen den Sultan von Ägypten zu ziehen. Unter den Kreuzfahrern brach allerdings eine Ruhrepidemie aus, die auch vor dem König nicht haltmachte und an der er am 25. August 1270 starb. Teile seines Körpers wurden in Tunesien begraben, sein Grab kann noch heute besichigt werden. Heute wird die Kathedrale nicht mehr zu kirchlichen Zwecken genutzt, unter dem Namen Acropolium de Carthage beherbergt das ehemalige Gotteshaus kulturelle und musikalische Veranstaltungen.


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